In der Nacht, in der seine Kreatur die Augen öffnet, rennt Victor Frankenstein aus dem Zimmer. Er kümmert sich nicht um seine Kreatur, gibt ihr keinen Namen und keine Sprache. Alles Unheil in Mary Shelleys Roman folgt aus diesem einen Moment: nicht aus der Erschaffung, sondern aus der Flucht des Erschaffers.
Dieses Werkzeug schickt Ihnen eine Kiste. Darin ein Haushaltsroboter, wie sie 2026 bereits zu haben sind. Sie packen den Roboter aus und schalten ihn ein. Dann passiert sechsmal etwas, und sechsmal stellt das Werkzeug dieselbe Frage: Wer ist schuld?
Es gibt fünf Antworten. Eine davon ist neu in der Geschichte der Verantwortung: die Maschine. Die Frage ist: Wann, finden Sie, ist die Maschine schuld?
Wer ist schuld?
Ihr Frankenstein-Moment
Die letzte Station, zweimal gefragt
Schuld schaut zurück. Verantwortung schaut nach vorn. An Station 6 haben Sie beides beantwortet.
Die Kreatur in Mary Shelleys Roman ist nicht böse. Sie ist allein. Victor Frankenstein hat sie erschaffen und dann behandelt, als wäre sie jemand anderes: ein eigener Wille, dem man die Schuld geben kann. Das ist der Trick, den die Geschichte vorführt, und er funktioniert bis heute: Sobald etwas «ich» sagt, sieht es aus, als könne es die Verantwortung tragen.
Ted Chiang hat es 2026 so beschrieben: Wer mit einem Sprachmodell spricht, spricht mit einer Figur, so erfunden wie Julius Cäsar in einem generierten Dialog. Die Figur kann sich entschuldigen. Sie kann nicht haften, nicht zahlen, sich nicht kümmern. Die Schuld, die man ihr gibt, fällt in ein Loch.