Denkwerkzeug · Werkzeug 23

Frankenstein-Moment

Ein Roboter zieht bei Ihnen ein. Sechs Stationen lang gibt es nur eine Frage: Wer ist schuld?

In der Nacht, in der seine Kreatur die Augen öffnet, rennt Victor Frankenstein aus dem Zimmer. Er kümmert sich nicht um seine Kreatur, gibt ihr keinen Namen und keine Sprache. Alles Unheil in Mary Shelleys Roman folgt aus diesem einen Moment: nicht aus der Erschaffung, sondern aus der Flucht des Erschaffers.

Dieses Werkzeug schickt Ihnen eine Kiste. Darin ein Haushaltsroboter, wie sie 2026 bereits zu haben sind. Sie packen den Roboter aus und schalten ihn ein. Dann passiert sechsmal etwas, und sechsmal stellt das Werkzeug dieselbe Frage: Wer ist schuld?

Es gibt fünf Antworten. Eine davon ist neu in der Geschichte der Verantwortung: die Maschine. Die Frage ist: Wann, finden Sie, ist die Maschine schuld?

Unable to endure the aspect of the being I had created, I rushed out of the room. Mary Shelley, «Frankenstein; or, The Modern Prometheus» (1818), Kapitel 5
Wichtig: Antworten Sie schnell, aus Ihrem Reflex heraus. Denken Sie nicht lange nach. Es gibt keine Note und keine richtige oder falsche Antwort. Das Werkzeug misst nicht, ob Sie gut sind. Ziel ist es, den Frankenstein-Moment erlebbar zu machen.