Die Denkwerkzeuge

Interaktive Instrumente für klares Denken · matthiaszehnder.ch · Übersicht ↗

Ein Denkwerkzeug ist kein Denkautomat. Es nimmt dir die Arbeit nicht ab, sondern regt dazu an. Denken ist nicht so zielgerichtet wie das Einschlagen eines Nagels – ich kann hier keine Hämmer bieten. Aber Denken ist auch nichts Mystisches.

Gottlob Frege sagte: Denken ist «das Fassen eines Gedankens». Mit meinen Denkwerkzeugen möchte ich genau dazu anregen: Mut zu schöpfen, einen Gedanken zu fassen.

«Das Denken ist überall dasselbe und gilt überall als dasselbe, gleichviel ob es von Deutschen, Franzosen oder Chinesen, ob es von Europäern, Afrikanern oder Amerikanern gedacht wird.»

Gottlob Frege, Der Gedanke (1918)

Die Werkzeuge 22 Instrumente
Werkzeug 22
Zeithorizont

Wie weit reicht Ihre Verantwortung? Sie setzen Ihren Horizont auf eine Zeitachse: bis zu Ihrem eigenen Leben, bis zu Ihren Enkeln, bis zu Menschen, deren Namen niemand kennen wird. Dann legt das Werkzeug darüber, wie lange die Folgen bleiben, vom Satelliten auf 500 Kilometern bis zum geostationären Ring. Was rechts von Ihrem Horizont liegt, ist der Teil der Zukunft, den Sie sich bisher nicht zugerechnet haben. Nach Hans Jonas.

Werkzeug 21
Viele Hände

Am 6. Juli 2026 tötete in Saporischschja eine Drohne drei Menschen. Niemand hat sie gesteuert, kein Mensch hat das Ziel gewählt. Fünfzehn Glieder liegen zwischen dem Chip in dieser Drohne und Ihnen. Verteilen Sie die Schuld und gehen Sie die Kette dann ein zweites Mal durch, mit der Frage, wer es hätte verhindern können. Unterscheiden sich die beiden Zahlen?

Werkzeug 20
Die Rechenschaftskette

Rechenschaft ist keine Eigenschaft, sondern eine Beziehung mit mehreren Gliedern: ein Forum, eine Pflicht zu antworten, ein Fragerecht, ein Urteil, Folgen. Und ein Haken, der alles hält: die Bindung. Acht Fälle, von Ihrem eigenen Arbeitsplatz bis zu Peter Thiel. Prüfen Sie die Kette von unten nach oben und suchen Sie die Stelle, an der sie reisst. Vier der acht halten.

Werkzeug 19
Der Steinwurf

Aristoteles' Bild des geworfenen Steins als Zeitmaschine: Acht Fälle, die alle schlecht ausgehen, fahren Sie mit einem Regler rückwärts durch die Zeit und suchen Sie den Moment, in dem eine freie Entscheidung das Unglück in Gang setzt. Manche Fälle haben keinen. Am Schluss zeigt ein Spiegel, ob Sie die Verantwortung nahe beim Schaden suchen oder beim Wurf.

Werkzeug 18 · Sommerklassiker-Quiz
Das Sommerklassiker-Quiz

Sechs Schweizer Klassiker, neu gelesen. Testen Sie Ihr Wissen über Gotthelf, Inglin, Meyer, Schwarzenbach, Spyri und Keller — 15 Fragen pro Autor, mit Auflösung und Bewertung am Schluss. Das Quiz wächst mit jeder Folge der Sommerserie.

Werkzeug 17
Der Taktgeber

Wo stehen Sie im Flow-Kanal? Fünf Fragen zu Können, Herausforderung, Zeitbudget, Risikobereitschaft und innerem Kritiker — das Werkzeug zeigt Ihren Schreibtyp im Csikszentmihalyi-Diagramm und gibt drei konkrete Wege in den Schreib-Flow. Fünf Typen, alle als Läufer. Basiert auf Haruki Murakamis Praxis des täglichen Laufens.

Werkzeug 16
Der Stimmen-Kompass

Kritiker, Generator, Erwachsener, angepasstes Kind – welche innere Stimme dominiert Ihr Schreiben? Ein Selbsttest in 12 Fragen, der Ihr persönliches Stimmenprofil als Radardiagramm sichtbar macht und zeigt, welches KI-Risiko für Ihr Profil am grössten ist. Basiert auf Vygotskis innerem Sprechen, der Transaktionsanalyse von Eric Berne und aktueller Forschung zu Autorenstimmen.

Werkzeug 15
Das Stil-O-Meter

Boa Constrictor, Kolibri, Oktopus, Wal, Adler oder Chamäleon? Das Stil-O-Meter misst Ihren Schreibstil anhand von fünf stilometrischen Kennzahlen – Wortvielfalt, Hapax-Rate, Entropie, lexikalische Diversität und Satzlänge – und zeichnet daraus ein Radarprofil samt Tier-Typus. Basiert auf Burrows' Delta, Pennebakers Stilometrie und aktueller Forschung zur sprachlichen Homogenisierung durch KI.

Werkzeug 14
Blickweite

Antilope, Löwe oder Harpyie? Dieser wissenschaftlich fundierte Test misst Ihre Aufmerksamkeitsdominanz mit dem Navon-Task: Reaktionszeiten bei globaler und lokaler Verarbeitung sowie periphere Vigilanz. Vier Minuten, drei mögliche Profile. Inspiriert von Rilkes «Ich lerne sehen» und Iain McGilchrists Hemisphären-Theorie.

Werkzeug 13
Der Zahlenspaziergang

Ein Denkwerkzeug in drei Phasen: erst schreiben, dann den Geist abschweifen lassen — auf einem Spaziergang mit Zahlen —, und danach weiterschreiben. Basiert auf der Inkubationsforschung von Benjamin Baird und Jonathan Smallwood. Inspiriert von Robert Walsers «Der Spaziergang».

Werkzeug 12
Der Denk-O-Skop

Eine 5-Minuten-Denkpause für den Moment zwischen Recherche und Schreiben. Sie geben drei bis fünf Stichwörter ein, wählen eine Stimmung — und schauen zu, wie Ihre Gedanken in einem hypnotischen Tunnel-Bildschirm auftauchen und verglühen. Nach fünf Minuten öffnet sich ein schwarzes Schreibfeld. Inspiriert von Heinrich Kleists These: Die Idee entsteht erst beim Schreiben.

Werkzeug 11
Der Faber-Test

Ein Kompass für verkörpertes Schreiben, in zwei Schritten: erst das Körper-Logbuch als Fühlen nach innen, dann der Test, der den fertigen Text an sechs Achsen prüft und zu einem Stern verdichtet. Inspiriert von Max Frischs «Homo Faber» und Anil Seths Idee vom fühlenden, verkörperten Selbst.

Werkzeug 10
Der Ich-Kompass

Vier Himmelsrichtungen für das Ich im Text — Person, Zeuge, Figur, Maske. Hilft beim Orten von Ich-Stimmen, von der SMS bis zur KI. Inspiriert von Knausgård, Martin R. Dean und Émile Benveniste.

Werkzeug 09
Der Schreibanstoss

50 kleine Schreibimpulse für die Ich-Perspektive – sortiert nach Erinnern, Gegenwart, Sinnen und Gefühl. Karte ziehen, fünf Minuten ohne Absetzen schreiben. Inspiriert von Siri Hustvedts «Embodied Self».

Werkzeug 08
Der Zielgenerator

Fünf Fragen, bevor Sie die KI fragen. Ein Werkzeug, das aus einem diffusen Wunsch ein sauberes KI-Briefing macht – mit Diagnose, Forschungsbezügen und einem kopier- oder PDF-fähigen Prompt am Ende.

Werkzeug 07
Die Zweifelmaschine

René Descartes' drei Zweifelsstufen als interaktives Werkzeug. Prüfen Sie eine Überzeugung gegen die Täuschung der Sinne, das Traumargument und den bösen Geist – und finden Sie heraus, was als Ihr persönliches Cogito standhält.

Werkzeug 06
Das Emotionsrad

Robert Plutchiks Modell der acht Grundemotionen als interaktives Rad. Hilft beim Benennen und Einordnen von Gefühlen – für Selbstreflexion, literarische Figuren oder das Schreiben über emotionale Erlebnisse.

Werkzeug 05
Das Wissens-Mobile

Ein Werkzeug zum Kartieren von Wissen und Nichtwissen. Macht sichtbar, was man weiss, was man weiss dass man nicht weiss – und was man noch nicht einmal weiss, dass man es nicht weiss.

Werkzeug 04
Der Wochenthema-Generator

Erzeugt unerwartete Themenimpulse für die eigene Schreib- und Denkpraxis. Ein Zufallsgenerator, der nicht beliebig ist: Die Kombinationen sind so gewählt, dass sie Denken provozieren statt ersetzen.

Werkzeug 03
Der Wortbild-Generator

Kombiniert Begriffe aus verschiedenen Bedeutungsfeldern zu überraschenden Sprachbildern. Das Prinzip: «Begriff 1 wie Begriff 2» – schräg genug, um zu verblüffen; präzise genug, um zu funktionieren.

Werkzeug 02
Der Tod-Kompass

Ein philosophischer Kompass zu Sterben und Tod. Hilft, sich im Dickicht der eigenen Gedanken und Gefühle zum Tod zu orientieren – anhand von Fragen, die grosse Denkerinnen und Denker durch die Jahrhunderte beschäftigt haben.

Werkzeug 01
Der KI-Phasen-Test

In welcher Phase der Mensch-KI-Interaktion befinden Sie sich? Ein Selbsttest in zehn Fragen – von der kognitiven Erweiterung bis zur Abhängigkeit. Antworten Sie so, wie Sie tatsächlich arbeiten, nicht wie Sie es gerne täten.